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Alexander

Alexander


Revier: Münster

Wassersport: Segeln

Webseite: www.Sailnator.de


Fragen und Antworten

Moin Alexander und vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst. Du bist Segellehrer und Segelbuchautor. Da interessiert uns zuerst einmal: Wie bist zum Segeln gekommen?

Oh, das ist lange her. Ich bin als Kind mit meinen Eltern jedes Jahr im Urlaub an die Ostsee gefahren. Mit 14 war dann Sandburgen bauen nicht mehr so spannend, und deshalb habe ich stattdessen einen Segelgrundkurs besucht, der dort am Strand angeboten wurde. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber leider gab es bei uns zuhause in der Nähe kein Gewässer, auf dem ich das hätte fortsetzen können. Das hat sich dann erst sehr viel später ergeben, als ich im fortgeschrittenen Alter nach Münster gezogen bin. Hier gibt es mitten in der Stadt den Aasee, auf dem man prima Segeln lernen kann.

Wie kam es dann dazu, dass Du Segelunterricht erteilst hast?

Erst einmal habe ich dazu natürlich selber einen richtigen Segelkurs besucht, was mir schon mal sehr viel Spaß gemacht hat. Es gab danach die Möglichkeit sich bei der Segelschule ein sogenanntes Jahresabo zu kaufen, mit dem man während der Saison so oft Segeln gehen konnte wie man wollte. Und ich wollte das ziemlich oft. Ich fand es immer sehr entspannend nach der Arbeit eine Runde auf dem See zu drehen und danach an der Segelschule nette Leute zu treffen. Ja, und irgendwann haben die Segellehrer gesehen, dass ich inzwischen ganz gut segeln konnte. Da haben sie mich gefragt, ob ich nicht mal in einem Kurs aushelfen könnte. Auch das hat mir sehr viel Spaß gemacht und da ich gerne alles so gut wie möglich mache, habe ich mich weiter gebildet und später beim Deutschen Segler Verband die Prüfung zur Segellehrerlizenz A abgelegt. Das hat mir dann viele Türen geöffnet, sodass ich auch noch an der Ostsee, am Chiemsee und am Mittelmeer unterrichten durfte.

Worauf legst Du in Deinen Kursen besonders viel Wert?

Ich versuche immer den Spaß am Segeln zu vermitteln. Und natürlich ist mir wichtig, dass die Schüler verstehen, was sie machen sollen und es am Ende des Kurses auch wirklich können. Zwar lernt man Segeln eigentlich erst richtig nach der Prüfung in der Praxis, aber ich möchte alle meine Schützlinge mit gutem Gewissen allein aufs Wasser lassen.

Du betreibst auf sailnator.de auch einen Blog mit einem Online-Segelkurs. Wie kamst Du auf diese Idee?

In einem praktischen Segelkurs braucht man einen guten Teil der Zeit dazu, um zu erklären, was gemacht werden soll. Wie wird gewendet, wie wird die Halse gefahren, etc. Das wird auf die Dauer ganz schön viel, und ich weiß noch, dass ich ganz schön überfordert war, als ich selber Segeln gelernt habe. Der Kurs dauerte eine Woche, jeden Tag kam etwas Neues, wieder mit neuen „Fremdwörtern“ und so weiter. Deshalb wollte ich meinen Schülern eine Möglichkeit bieten sich vorzubereiten und das Gelernte nach der Segelstunde auch immer noch einmal gedanklich durchgehen zu können. Und da hat es sich natürlich angeboten, dies erst einmal für alle zugänglich über das Internet zu machen. Und ich habe bald gemerkt, dass die Schüler so viel schneller und entspannter gelernt haben und deshalb viel mehr Zeit hatten die Segelmanöver für die Prüfung zu üben.

Du hast inzwischen auch das Buch "Segeln lernen mit Käpten Sailnator" geschrieben. Was ist das Besondere an diesem Buch?

Das Buch ist aus dem Online-Segelkurs entstanden und es ist so aufgebaut, wie ich meine Kurse halte. Zuerst die Fachbegriffe, dann ein bisschen Theorie und dann jedes einzelne Segelmanöver Schritt für Schritt mit vielen Abbildungen. Ganz ähnlich, wie es wahrscheinlich jeder Segellehrer erklärt und an die Tafel malt. Und wer das Buch vorher gelesen hat und jede Segelstunde damit nacharbeitet, kann alles besser und schneller verstehen und hat mehr Zeit zum Segeln. Das Besondere an dem Buch ist die Praxisnähe, die einfache und leicht verständliche Sprache und der pädagogische Aufbau mit Multiple-Choice-Tests am Ende der Kapitel, zur eigenen Lernzielkontrolle. Es ersetzt die gängigen Fachbücher für den Sportbootführerschein aber nicht, sondern ist eine sinnvolle Ergänzung dazu.

Sicher fragen sich viele zukünftigen Segelschüler, welche Ausrüstung sie sich für den Kurs anschaffen sollen. Welche Erstausstattung empfiehlst du Segelanfängern und weshalb?

Da gibt es wichtige, nützliche und „schön wenn man sie hat“-Ausrüstung. Wichtig sind zu allererst die richtigen Schuhe! Diese müssen eine helle, nicht abfärbende und rutschfeste Sohle haben. Die sogenannte Messerschnittsohle, die das Wasser erst aufnimmt und dann wegdrückt, und keinen rutschigen Film unter der Schuh entstehen lässt. Normale Sportschuhe sind für das Segeln ungeeignet. Ganz schlecht sind Sandalen, bei denen die Zehen ungeschützt sind. Es können für den Anfang einfache Segelschuhe aus Canvas sein, die ganz ähnlich wie Sneaker aussehen und die man auch als solche tragen kann, sollte das Segeln dann doch nichts für einen sein. Empfehlen würde ich aber eher etwas festere Schuhe, die oft als Bootsschuhe angeboten werden. Die sind zwar auch teurer, bieten aber mehr Halt und man schlupft aus ihnen nicht so leicht heraus. Wenn man will, kann man sich auch noch Segel-Gummistiefel zulegen. Aber auch hier wieder auf die Sohle achten.

Zweiter dringend benötigter Ausrüstungsgegenstand sind Segelhandschuhe. Spätestens am 2. Tag des Kurses sehnt man sich danach. Und wer sie gleich am ersten Tag hat, ist klar im Vorteil. Die Schoten zu halten und durch die Hand rauschen zu lassen tut auf Dauer richtig weh, und das muss nicht sein. Das können auch erst einmal ganz einfache Modelle sein, aber ich würde gleich lieber welche mit guter Polsterung und etwas längeren Fingern nehmen, da diese besser schützen. Leute mit ganz empfindlichen Händen oder die, die Angst um ihre Fingernägel haben, können Handschuhe nehmen, wo die Finger nicht abgeschnitten, sondern vorne geschlossen sind. Daumen und Zeigefinger sollten dabei aber frei sein, damit man trotzdem noch kleine Gegenstände und Leinen gut greifen kann.

Brillenträger brauchen unbedingt Brillenbändsel, die verhindern, dass die Brille ins Wasser fällt. Wer ohne sein Smartphone nicht auskommt, benötigt dafür eine wasserfeste Tasche. Außerdem ist die Sonnenstrahlung auf dem Wasser nicht zu unterschätzen. Eine gute Sonnenbrille ist deshalb wichtig und eine Mütze. Beides macht auf dem Wasser gerne den Abflug, deshalb sind auch hier Sicherungsbänder von Vorteil.

Hosen, Hemden und Regenzeug, da kann man erst mal nehmen, was man hat. Man muss allerdings damit rechnen, dass es kaputt geht. Beim Segeln und beim Herumrutschen auf dem Deck ist die Kleidung hoher Beanspruchung ausgesetzt, weswegen Segelkleidung an den entsprechenden Stellen verstärkt ist. Deshalb wird man schnell darauf kommen sich solche auch zu kaufen. Jeans sind übrigens recht ungeeignet fürs Segeln, weil sie schnell feucht werden und nur sehr langsam trocknen. Da lohnen sich gute und schnell trocknende Segelhosen, denn nass heißt kalt, und das kann einem den Spaß richtig verderben. Wenn man sich eine Segel-Regenhose zulegen will, würde ich auf jeden Fall eine Latzhose empfehlen. Dort läuft das Wasser nicht von der Jacke hinten in die Hose hinein, wenn man sich bückt, und das tut man beim Segeln oft. Außerdem schützt der Latz vor Feuchtigkeit und Schmutz, wenn man keine Jacke darüber trägt. Bei kühlem, windigen, aber trockenem Wetter haben sich bei mir übrigens Softshelljacken sehr bewährt. Ansonsten tut es auch eine Fleecejacke oder ein gefütterter Kaputzenpullover mit hoch abschließendem Kragen. Will man sich eine Regenjacke zulegen, würde ich zu einer „Inshore“- oder „Coastal“-Jacke raten. Die reichen für die meisten Segler völlig aus. Allgemein sollte man daran denken, dass Segelboote meistens schmutzig sind, und deswegen helle Kleidung ungeeignet sein kann.

Und zu guter Letzt würde ich noch einen wasserdichten Beutel empfehlen, in dem man seine Sachen sicher aufbewahren kann. Alles andere würde ich mir dann nach und nach zulegen, je nachdem wie die Bedürfnisse sind und wie man den Segelsport betreiben will. Ich stelle übrigens ab und zu Segelkleidung und Ausrüstung auf meinem Blog vor. Es lohnt sich also auf jeden Fall dort einmal vorbei zu schauen ;)


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